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Zur Geschichte der Flechtinger Kirche

Die Patronatskirche

Die evangelische Kirche in Flechtingen wurde so, wie sie sich Ihnen heute präsentiert, im Jahre 1727 erbaut. Doch viele Teile sind älter. Der Wappenfries an der Patronatsempore und der Taufstein tragen die Jahreszahl 1592. Vor über 400 Jahren stand also an dieser Stelle schon ein Gotteshaus. Auch die Kanzel stammt aus dieser Zeit. Sie wird von Mose getragen. Darüber können Sie die vier schreibenden Evangelisten erkennen. Eine Umschrift ermahnt seit Jahrhunderten die Prediger Flechtingens:

Predige das Wort, halte an, es sei zur Zeit oder Unzeit, strafe, drohe, ermahne mit aller Geduld und Lehre.
(2. Tim. 4,2)

Als Patronatskirche der Familie von Schenck, der Besitzer des Schlosses und Gutes Flechtingen, hat die Kirche bis heute keinen eigenen Namen. Die Schencks waren für die Erhaltung des Gebäudes und für die Anstellung des Pfarrers verantwortlich. Sie hatten das Recht, das Gotteshaus als Begräbnisstätte zu nutzen. Darum befinden sich unter Altar und Turm zwei Grüfte und im Kirchenraum etliche Grabsteine und Epitaphe. Der Grabstein für Felicitas Henni Schencken (gest. 1564) im Pfarrstuhl (in der Ecke rechts vom Altar) ist der älteste.

Das Alabasterepitaph hinter dem Altar ist Werner von Schenck (1560 - 1597) und seinen beiden Frauen Margarete von Bartensleben und Sabine von Bredow gewidmet. In den mittleren Feldern ist die Geschichte Jesu dargestellt (Geburt, Kreuzigung, Himmelfahrt, Dreieinigkeit). Bereits im 30jährigen Krieg, als die Dänen nach Flechtingen kamen, wurde es stark beschädigt.

Der Kirchhof, der die Kirche umgibt, diente bis etwa 1830 als Ruhestätte der Verstorbenen und wurde in der nachfolgenden Zeit durch den Friedhof nördlich von Flechtingen abgelöst. Einige alte Grabsteine bilden heute den Weg zur Kirchentür und den Steintritt vor dem Turmeingang. An der Ostseite der Kirche befindet sich ein Grabstein für den 1804 verstorbenen Pfarrer Büchner. Und noch weitere Erinnerungsstücke halten Kirche und Kirchhof für Sie bereit. Nehmen Sie sich die Muße und schauen Sie sich einmal in Ruhe um.

Falls Sie die Kirche besichtigen möchten, melden Sie sich bitte bei Familie Bicknese, Lindenplatz 10 (das Fachwerkhaus gegenüber der Kirche zwischen dem "Café zur Burg" und der ehemaligen Schmiede).

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