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Das Flechtinger Pfarrhaus

Das Pfarrhaus befindet sich am Lindenplatz 3, zwischen dem ehemaligen Deutschen Hof und der Kirche.

Ein Pfarrhaus kann viele Geschichten erzählen. Es kennt Freud und Leid der Gemeinde über Jahrhunderte hinweg. Doch beginnen wir am Anfang, mit der lutherischen Kirchenreformation in Flechtingen in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts unter Kersten von Schenck.

Der erste evangelische Pfarrer in Flechtingen war Georg Gevensleben aus Öhrde bei Schöningen.

Mit der Führung eines lederbezogenen Kirchenbuches begann der Pfarrer Zacharias Schardius am 28. Oktober 1616. Dieses Kirchenbuch enthält auch einen Hinweis auf den schwärzesten Tag Flechtingens, den 1. August 1631. An diesem Tag hatte der Kaiserliche Feldhauptmann Wallenstein unter dem Vorwand, daß zwei der Schencken gegen den Kaiser gefochten hätten, Flechtingen eingenommen. Burg und Dorf wurden vollständig ausgeplündert, die Vorwerke Hilgesdorf, Damsendorf und Wadenberg waren verödet.

Pfarrer Schardius erlebte die Einnahme durch Wallenstein, die Pestjahre 1626 und 1636, denen auch sein Sohn zum Opfer fiel, den gesamten Dreißigjährigen Krieg in Flechtingen. Er verstarb 1658 im Alter von 82 Jahren.

Nachdem das alte Pfarrhaus im Jahre 1736 bis auf die Grundmauern niedergebrannt war, wurde das heutige aus Bruchsteinen massiv neu errichtet. Aus dem brennenden Pfarrhaus konnte der damalige Pfarrer Peter Franz Erding nur die beiden Kirchenbücher retten. So können wir heute das Leben und Sterben in der Flechtinger Kirchengemeinde bis zum oben erwähnten allerersten Eintrag im Jahre 1616 zurückverfolgen.

Im Pfarrhaus wohnten die Flechtinger Pfarrer und ihre Familien. Heute befindet sich das evangelische Pfarramt Flechtingen aber im Haus unserer Pfarrerin Irene Heinecke im Ortsteil Am Bahnhof. Ein großer Teil des Gemeindelebens von der Christenlehre bis zu verschiedenen Frauenkreisen findet jedoch im Pfarrhaus statt.

Zudem hat die "Kleine Galerie" hier bereits seit Juni 1998 ein Domizil gefunden. Sie zeigt in wechselnden Ausstellungen Ölbilder, Aquarelle, Zeichnungen, Fotografien, Sachausstellungen und vieles mehr. Die "Kleine Galerie" öffnet das Pfarrhaus für unterschiedlichste Blickrichtungen und ist nicht konfessionell gebunden. Sie wird von einem offenen Freundeskreis betrieben.

Die evangelische Kirche

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